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Fahrgast-Lobby
Hochtaunus

 

Solmsbachtalbahn

Taunusbahn - Bild vergrößern

Das Foto (Bild vergrößern) zeigt
rechts einen "redesignten" Triebwagen vom Typ VT2E und
links einen neuen Triebwagen vom Typ LINT 41 (Leichter innovativer Nahverkehrs-Triebwagen ca. 41 m lang, DB-Baureihe 648)
© Heinz-Peter Curdts

 
 
Pressemitteilung:
Die Taunusbahn muss eine Zukunft bekommen
 
Große Veränderungen stehen in den nächsten Jahren im Hochtaunuskreis beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) an: Die Taunusbahnstrecke soll zukünftig ab Friedrichsdorf elektrifiziert und die S-Bahnlinie S5 dann bis nach Usingen verlängert werden. Das wird dann aber bewirken, dass die Taunusbahn selbst – außer im Berufsverkehr – nur noch die somit verkürzte Kernstrecke zwischen Usingen und Brandoberndorf befahren wird. Das wäre für die Taunusbahn als erste kommunalisierte Eisenbahn der alten BRD sicherlich eine große Einschränkung und dürfte dann wohl auch kein weiteres Entwicklungspotential mehr erhalten.
 
Die „Fahrgast-Lobby Hochtaunus“ schlägt deshalb vor, im Interesse der Bevölkerung des Hochtaunuskreises, ganz besonders aber der im Usinger Land lebenden, der Taunusbahn eine entscheidende Chance zur Verlängerung in den mittelhessischen Raum bis nach Wetzlar zu geben. In diese Richtung verkehrt sie ja bereits seit dem 28. Mai 2000, als der Regelverkehr auf einem Teil der 1988 stillgelegten Solmsbachtalbahn von Grävenwiesbach bis nach Brandoberndorf (Waldsolms) wieder aufgenommen wurde. Dies kann u. E. aber nur als eine Notlösung angesehen werden, denn zwei Drittel dieser Bahntrasse bis nach Albshausen – und damit auch der Anschluss an die Bahnverbindung zwischen Limburg und Wetzlar bzw. Gießen – sind weiterhin wegen der seinerzeit durch die Bundesbahn entfernten Bahninfrastruktur nicht benutzbar.
 
Die „Fahrgast-Lobby Hochtaunus“ fordert deshalb, dass diese Lücke von etwas über 16 km Länge wieder zu schließen sei. Nur so wäre es möglich, dass die dort im Lahn-Dill-Kreis ortsansässige Bevölkerung, aber ganz besonders auch die im Usinger Land, ein schnelles und zuverlässiges Verkehrsmittel auf der Schiene zwischen dem südhessischen Ballungsraum und danach endlich wieder den Anschluss an Mittelhessen erhält. Das würde die Entwicklungsfähigkeit des Usinger Landes entscheidend voranbringen.
 
Die Bahntrasse zwischen Brandoberndorf (Waldsolms) und Albshausen (Solms) ist durch die jahrelange Aufmerksamkeit der dort lebenden Bahnfreunde unverändert erhalten geblieben und somit auch nicht entwidmet worden, sie ist weiterhin unverbaut und somit auch reaktivierbar. Es müsste lediglich der seinerzeit verfüllte Burgsolmser Tunnel von 100 m Länge wieder frei gelegt werden und zwei Brücken über Landstraßen, die wegen der Größe von LKWs damals abgebaut worden sind, wieder entsprechend ersetzt werden; das sind die Bonbadener Brücke und eine der beiden Solmsbachbrücken Neukirchen.
 
Inzwischen sieht es auch so aus, dass die Bevölkerung in allen drei im südlichen Lahn-Dill-Kreis gelegenen Gemeinden (Waldsolms, Braunfels und Solms) das durch die Reaktivierung dieser Bahntrasse verbundene Angebot beim ÖPNV zukünftig sehr gern nutzen möchte.
 
In einer Untersuchung über das Potenzial stillgelegter Strecken vom Herbst 2020, an der auch das Land beteiligt war, hat die Solmsbachtalbahn doch recht gut abgeschnitten. Eine spätere kam dann u. a. wegen der Nichtberücksichtigung neuer Bewertungskriterien auf Bundesebene (um Reaktivierungen im ländlichen Raum eine größere Chance einzuräumen) zu einem anderen Ergebnis. Im Gegensatz dazu hatten Vertreter des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“ Mittelhessen, von „Pro Bahn & Bus im Deutschen Bahnkundenverband“ Mittelhessen sowie des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) Lahn-Dill sehr wohl Potenzial für die Solmsbachtalbahn ausgemacht: „Die Generation, die heute als Schüler für den Klimaschutz auf die Straße geht, wird händeringend nach Trassen suchen, auf denen sie umweltverträgliche Verkehrswege entwickeln kann. Dafür sollten wir alle Optionen offenhalten.“
 
Die „Fahrgast-Lobby Hochtaunus“ fordert deshalb, zusammen mit dem „Bündnis ÖPNV-Wende Mittelhessen“, eine neue unabhängige Untersuchung über den grundsätzlichen Bedarf an dieser Bahnstrecke durchzuführen. Erst danach wären dann auch noch die Finanzierung, die spätere Unterhaltung und die Trägerschaft dieser Bahnstrecke mit dem Hochtaunuskreis und dem Lahn-Dill-Kreis zu klären. Dafür müssen natürlich unbedingt auch die notwendigen Regionalisierungsmittel des Bundes aufgestockt werden. Das alles kann aber nur im Zusammenhang mit einer allgemein geforderten Verkehrswende in Hessen gesehen werden, wobei auch bedacht werden sollte, dass der ÖPNV ein wichtiger Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge ist.
 
 
Strecke der Solmsbachtalbahn (Streckennummer 3746)
 
 
Anschluss Lahntalbahn 3710 Koblenz – Wetzlar
km [Gemeinde]
53,29 [Solms] Albshausen
50,58 [Solms] Burgsolms-Oberndorf [Solms]
48,66 Braunfels-Oberndorf [Solms]
46,09 [Braunfels] Bonbaden
43,39 [Braunfels] Neukirchen
40,41 [Waldsolms] Kraftsolms
(ab hier Taunusbahn 9374 bis Friedrichsdorf)
(36,90) 36,88 [Waldsolms] Brandoberndorf
33,44 [Waldsolms] Hasselborn
28,84 Grävenwiesbach
 
 
Weitere Informationen bei Wikipedia
und mit zahlreichen Bildern auf der Seite Weiltalbahn.de und beim
Geschichtsverein Graevenwiesbach
sowie speziell zum Thema Tunnel auf der Seite Eisenbahntunnel-Portal.de

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